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Skifahren an der HBG Kaum ist der Sommer vorbei, muss man schon wieder an den nächsten Winter denk…

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Musik an der HBG

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Auftritte und Konzerte

Schulhund Emil

Konzept für den Einsatz eines Schulhundes an der Heinrich-Böll-Gesamtschule, Volksgarten 19, 44388 Dortmund, einer Schule des gemeinsamen Lernens

Einleitung
Das System Schule unterliegt einem stetigen Wandel, der immer neue Herausforderungen an alle Beteiligten stellt. Schule, als Ort des Lernens und der Wissensvermittlung, ist zudem ein Sozialisationsort in dem es um Erziehung im gesellschaftlichen Rahmen geht.

Die Schule als bürokratische Organisation mit institutionell festgelegten Regeln der Macht- und Kompetenzverteilung, die vorgeschriebene Über- und Unterordnung, bietet ungünstige Voraussetzungen für die erzieherische Aufgabe die wir als kommunikatives Handeln bestimmt haben. Die vom Individuum gemachten spezifischen Erfahrungen, und damit der gesamte Sozialisationshintergrund, beeinflussen das Verhalten in aktuellen sozialen Situationen. Diese werden jedoch durch den Lernprozess, der mit dem Durchlaufen des Regelkreises verbunden ist, ständig korrigiert und weiterentwickelt. Die Komplexität des Prozesses macht die Schwierigkeiten deutlich die mit dem Bemühen verbunden sind, Konzepte, Einstellungen und Verhaltensmuster von Schülerinnen und Schülern in Richtung auf definierte Soll-Vorstellungen (Lernziele) hin zu entwickeln. Erziehung, die diese explizierbare Absicht zur Änderung der psychischen Dispositionen anderer voraussetzt, wird unter sozialpsychologischem Aspekt als äußerst störanfälliger Vorgang sichtbar.

Das Lernen mit Tieren ist eine besondere Form des sozialen Lernens, die positiven Wirkeffekte sind bereits in zahlreichen Studien belegt. Der Einsatz von Tieren im therapeutischen Kontext hat sich in den 70er Jahren fest etabliert. In der Arbeit mit Hunden wird der Begriff der "hundgestützte Pädagogik" verwendet.

Emil ist ein dreijähriger Zwergrauhaardackel. Er verhält sich Menschen gegenüber offen, freundlich und interessiert. Er nimmt freudig und in sanfter Form Kontakt zu Menschen auf. Seine Ressourcen verteidigt Emil gegenüber Menschen zu keiner Zeit und reagiert bei Bedrängnis defensiv.

Rahmenbedingungen für den Einsatz eines Schulhundes
Grundvoraussetzung für den Einsatz und die spezielle Qualifizierung eines Schulhundes ist eine gute Teambildung zwischen Hund und Hundeführerin. Zudem sollte der trainierte Grundgehorsam des Hundes auf dem Niveau der Begleithundeprüfung sein.

Emil und seine Besitzerin Frau Burghardt haben als Team eine Ausbildung über vier aufeinander aufbauende Seminare absolviert. Die Seminare beinhalteten Theorie- und Praxiseinheiten (Kenntnisse über Körpersprache, Lern- und Stressverhalten), die einen professionellen Umgang gewährleisten. Der Hauptfokus in den Seminaren liegt dabei auf der stressfreien Kommunikation zwischen Hund und Hundeführerin, die durch positive Verstärkung initiiert wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kompetenzentwicklung im Bereich der Stresserkennung bei Kindern, Jugendlichen und dem Schulhund. Die frühe Erkennung von Stress- und Konfliktsignalen beim Hund bilden eine wichtige Entscheidungshilfe für den praktischen Einsatz des Schulhundes. Daneben wurden die für den Einsatz entscheidenden Grundbedingungen überprüft. Dazu gehören: gute Bindung zwischen Hund und Hundeführerin, keinerlei aggressive Ausstrahlung, die Orientierung des Hundes am Menschen, absolute Verträglichkeit mit Kindern, ruhiges Wesen, Gehorsam, keinerlei Beißansätze und kein ängstliches oder unsicheres Verhalten.

Die "hundgestützte Pädagogik" bedeutet einen systemischen Einsatz von ausgebildeten Hunden. Da es bisher kaum Standards für die Ausbildung von Schulhunden gibt, hat der Fachkreis Schulhunde des ThM e.V. mit dem Arbeitskreis Schulhund-Team-Ausbildung Qualitätsstandards für den qualifizierten Einsatz für Schulhunde in einer Selbstverpflichtung entwickelt. Darin werden Vorgaben gemacht die eine Selbstkontrolle ermöglichen, und so zu einer professionellen hundgestützten Arbeit beitragen.

Es liegt eine schriftliche Versicherungsbestätigung der Tierhaftpflicht vor, aus der ersichtlich wird, dass die Versicherung über den Einsatz des Hundes in der Schule informiert ist.

Schulische Rahmenbedingungen
Die Genehmigung zum Einsatz des Schulhundes ist durch die Schulleitung, unter Berücksichtigung der allgemeinen Schulregeln, erfolgt.

Die Erziehungsberechtigten der beteiligten Schülerinnen und Schüler, sowie die Schülerinnen und Schüler selbst, müssen mit dem Einsatz des Hundes einverstanden sein. Darüber hinaus werden individuelle pädagogische und beraterische Ziele festgelegt.

Der Schulhund Emil hält sich im Schulalltag im Büro der Schulsozialarbeiterin auf. Dort hat er die Möglichkeit des selbstständigen Rückzugs auf einen eigenen, ungestörten Ruheplatz.

In der Beratungstätigkeit sind Rituale mit dem Hund etabliert worden, die ihm Sicherheit im Umgang mit allen an Schule beteiligten ermöglicht. Die Schülerinnen und Schüler die mit Emil Arbeiten, haben individuelle Regeln im Umgang und im Kontakt mit dem Hund entwickelt.

Der Hund ist nie allein mit Kindern und Jugendlichen, dadurch ist gewährleistet, dass die Hundeführerin Stress- und Überforderungssignale des Hundes erkennt und er schnell aus solchen Situationen herausgeholt werden kann.

Der Hund fungiert als Unterstützer des Erziehungs- und Bildungsauftrages des Pädagogen. Die Verbesserung des Lernklimas im Klassenverband, in Gruppenangeboten, sowie im Einzelkontakt, ist als konzeptioneller Baustein für die Schule zu sehen.

Hygienebestimmungen
Ein stets einsehbares Gesundheitsattest des Tierarztes bescheinigt eine gute Allgemeinverfassung, regelmäßige Entwurmung sowie vorgeschriebene Impfungen und Ektoparasitenprophylaxe.

Der Hund darf keinen Zugang zur Schulküche erhalten.

Zu Schülerinnen und Schülern mit einer Hundeallergie hat der Hund keinen Kontakt, es sei denn, es liegt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vor.

Hygieneplan
Kinder und Jugendliche müssen nach Kontakt zum Schulhund Zugang zu Waschräumen haben. Diese befinden sich direkt neben dem Büro der Sozialarbeiterin. Bei Einsätzen in Klassen sind Handwaschbecken in den Klassenräumen vorhanden.

Eine Box mit Einweghandschuhen, Papiertüchern, Desinfektionsspray (für Flächen) und Hygiene-Gel (für Außengänge) befindet sich im Büro der Sozialarbeiterin.

Wasser- und Futternapf, Spielzeug, Hundedecke, Hundegeschirr werden regelmäßig gereinigt und in einem Schubfach aufbewahrt.

Einsatz im schulischen Bereich
Der Schulhund unterstützt die Schulsozialarbeiterin Jutta Burghardt in der Beratungstätigkeit an der Heinrich-Böll-Gesamtschule, an der Schulsozialarbeit schon seit 1990 etabliert ist. Beratung ist für alle am System Schule Beteiligten offen und wird individuell vereinbart. Der Schulhund stellt eine Erweiterung und Unterstützung des vorhandenen Beratungsangebotes dar.

Förderung der sozialen Interaktion in der Beratung
Die Grundlage jeder Schüler-Hund-Interaktion ist die bedingungslose Anerkennung jedes Individuums durch den Hund. In der direkten Interaktion zeigt der Hund unmittelbar und ehrlich, ob, und wie er das Verhalten des Menschen versteht. Dadurch entsteht für den umgehenden Schüler ein wichtiger Reflexionsprozess, der das eigene Handeln in direkter emotionaler Reaktion durch den Hund erlebt. Daraus kann Einsicht über eigenes Handeln und deren Wirksamkeit erlangt, sowie die Übernahme von Verantwortung für eigenes Handeln initiiert werden. Verdrängte Bedürfnisse nach Nähe und Kontakt können erlebbar gemacht werden. Das Arbeiten mit einem Schulhund kann Schülern helfen, Rücksichtnahme und soziale Sensibilität zu erlernen. Die aus der Arbeit mit dem Schulhund entwickelten Einsichten und neuerlernten Verhaltensweisen müssen dabei ständig auf soziale Situationen mit Menschen übertragen werden.

Der Schulhund kann wie ein "Eisbrecher" wirken der einen positiven sozialen Austausch fördert. Zum Einen durch seine bloße Anwesenheit, zum Anderen durch seine freundliche und positive Kontaktaufnahme, die durch die Hundeführerin aktiv eingeleitet wird. Das gilt für die Einzel- und Gruppenarbeit in der Beratung, sowie für die Arbeit mit Schulklassen. Schülerinnen und Schüler die Beratung aufsuchen, haben häufig negative Erfahrungen mit Therapeuten, Erwachsenen und Pädagogen gemacht. Ein Schulhund kann dazu beitragen, diesen Kindern und Jugendlichen einfacher und schneller einen vertrauensvollen Zugang zu Beratung zu ermöglichen. Der Schulhund kann als Identifikations- und Projektionsobjekt fungieren, indem eigene Wünsche und Schwierigkeiten mit Hilfe des Hundes besser ausgelebt und bewältigt werden.

Stressreduktion im Beratungskontext und verbesserte Lernbereitschaft
Stress und Angst sind häufige Auslöser für Lernschwierigkeiten. Durch den Kontakt mit einem Hund können Stress und Angst nachgewiesenermaßen reduziert werden (vgl. A. Beetz Hunde im Schulalltag, 2013).

Einsatz des Schulhundes Emil
Emil ist ein bis zwei Tage in der Woche mit in der Schule, je nach Einsatzplanung. Dort verbringt er die meiste Zeit im Büro der Schulsozialpädagogin Jutta Burghardt. Er kann sich im Raum frei bewegen, hat aber einen Ruheplatz, auf den er sich zurückziehen kann und der mit den Kindern und Jugendlichen, die in die Beratung kommen, als Tabuzone vereinbart ist.

Präsenzfunktion
Emil hat keine aktiven Aufgaben, er ist anwesend und hat zu diesen Zeiten keine besonderen Aufgaben. Die Kinder und Jugendlichen können Wünsche formulieren und im Kontakt überprüfen, ob der Hund sich mit den an ihn gestellten Wünschen wohl fühlt. Die Anwesenheit eines Hundes erleichtert die Kontakt- und Gesprächsaufnahme, da es die Möglichkeit des Blickabwendens bietet, ohne es als Kontaktabbruch zu werten.

Beratungsfunktion unter aktiver Beteiligung des Schulhundes
Emil arbeitet mit Kindern und Jugendlichen im Einzel-, Paar- und Gruppen-Setting. Beratungsthemen wie Emotionalität, Wahrnehmung, Soziabilität, Lern- und Arbeitsverhalten können durch gezielte Übungen mit dem Hund besprechbar gemacht werden.

In der Gruppenarbeit sind die Hauptthemen die Interaktion in der Gruppe, Kooperation, Kommunikation, Empathie und der Einsatz der eigenen Stimme. Weitere Bereiche sind Förderung der Wahrnehmung, Motorik, der Abbau von Ängsten und der Aufbau von Selbstbewusstsein. Um diese Bereiche zu fördern, eignen sich Kooperations- und Interaktionsspiele an denen der Hund aktiv beteiligt wird (Rufspiele, Wettspiele, Sprünge über Körperteile, Arm- und Beintunnel).

Einsatz im Fachunterricht
Zurzeit wird Emil im Fach Naturwissenschaft eingesetzt. Die Unterrichtseinheit Haustier wird mit einer Unterrichtsstunde abgeschlossen, mit dem Ziel der Wissenssicherung. Es werden Elemente des Tierschutzes besprochen, daneben wird auf die Körpersprache und das Verhalten anhand von praktischen Übungen (Suchspiel, Nähe und Distanzübungen) eingegangen. Der tiergerechte Umgang anhand von unterschiedlichen Hunderassen, sowie Ernährung und Pflege eines Hundes, werden besprochen.

Dokumentation
Der Einsatz des Hundes wird in einem Logbuch festgehalten. Dabei werden Ziele und Umsetzung beschrieben: Reflexion über Einsatzziel bezogen auf die Klienten und die emotionale Verfassung des Hundes. Hierzu dient neben der Beobachtung auch die Pulsmessung des Hundes um den Stresspegel abzubilden.

Ausblick
Für das kommende Schuljahr ist eine Hunde AG geplant. Ziel ist es, einen Hundeführerschein zu erlangen. Dazu gehört das erarbeiten verschiedener Bereiche wie Körpersprache eines Hundes verstehen, Verhaltensregeln im Umgang mit Hunden zu erlernen, Leinenführigkeit aneignen sowie das absolvieren von Gehorsamsübungen durch positive Verstärker.

Emil als Gast in:

  • SOL: Interaktions- und Kooperationsspiele
  • Sport: Bewegungsparcours
  • HW: Hundekekse backen
  • NW: Verhalten- und Körpersprache, Pflege, Hygiene, Ernährung
  • MINT-Profil: Artgerechte Haltung, Haltungskosten
  • In Kleingruppenarbeit: Motorik, Entspannung, Bewegung

Zur Steigerung der Lern- und Arbeitsbereitschaft ist der Einsatz im Klassenverband in den Kernfächern geplant. Lerntraining (Vokabeln, Wissenssicherung).

Informationen in Kurzfassung zum Ausdrucken erhalten Sie in diesem pdf.